AnIannas Blog

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Thomas Glavinic "Das größere Wunder"

AutorenlebenPosted by anianna Sat, February 15, 2014 22:55:48
Ich schaute letztes Jahr auf der Buchmesse gerade beim "Blauen Sofa" vorbei, als Thomas Glavinic dort sein neuestes Buch "Das größere Wunder" vorstellte. Ein glücklicher Zufall, denn obgleich Thomas Glavinic mit diesem Buch auf der Longlist gelandet war, hatte ich bisher noch nie von ihm gehört.

Als ich dem Gespräch lauschte, stellte ich fest, dass zumindest der Autor schon einmal herausragend war. Bodenständig. Echt.Unkonventionell.
Diese wahrgenommenen Attribute sorgten dafür, dass ich ihn spontan um ein Interview für unseren Autorenpodcast "Im Schreibcafé" bat.
Ich fragte ihn nach Tipps für Autoren am Beginn ihrer Karriere. Er riet u.a. dazu, vielfältig zu lesen und zu leben und sich selbst treu zu sein und nicht aufzugeben. Ein Rat, den ich für alle Menschen als wertvoll erachte, weshalb die Begegnung bei mir hängen blieb.

Meine Vorstellung, dass ein ungewöhnlicher Mensch auch ebensolche Bücher verfasst, sorgte dafür, dass ich mir "Das größere Wunder" zum Geburtstag wünschte. Das schien schon deshalb verwunderlich, da der Haupthandlungsstrang eine Besteigung des Mount Everest beschreibt und ich mich für das Bergsteigen ungefähr so sehr interessiere wie für Jodeltechniken - nämlich gar nicht.
Das blieb für den Lesegenuss jedoch unschädlich, denn die Besteigung des Berges bildet in "Das größere Wunder" einen spannenden Hintergrund für Rückblenden auf das bisherige Leben der Hauptperson, Jonas. Dieser führt ein Leben als finanziell unabhängiger Weltenbummler, was er dem Vermächtnis seines kriminellen Ziehvaters verdankt, der eine rätselhafte und bedeutende Rolle im Buch spielt. Jonas neigt zu Übertreibungen, lässt sich ein riesiges Baumhaus bauen oder verbringt zwei Jahre in einer Wohnung ohne sie zu verlassen. Glavinics Gesprächspartnerin beim "Blauen Sofa" nannte diese Elemente "märchenhaft". Für mich sind sie ein Stilmittel, entspringen der Metaebene des Realen. Deshalb erscheinen sie beim Lesen gar nicht fremd, sondern bilden den schillernden Hintergrund zu den bedeutenden Fragen des Lebens. Und um diese geht es letztlich in "Das größere Wunder", welches natürlich auch die Geschichte einer großen Liebe ist.

Eine spannende Handlung und eine Liebesgeschichte sind bereits Garant für ein unterhaltsames Buch. Damit ein Buch dauerhaft in meinem Bücherregal steht, ich gerne und viel daraus zitiere, braucht es mehr. "Das größere Wunder" hat es - das mehr.
Beispielsweise legt der Autor, Jonas bereits als Kind auf die Frage was er werden will, folgende Antwort in den Mund: "Ich will werden der ich bin."..."Ich glaube man ist schon jemand. Jeder ist jemand, und besser als das kann er nicht werden."
Chapeau!





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